
Von außerordentlichem archäologischem Interesse sind noch andere kollektive Kornspeicher der Insel, auch wenn sie weniger bekannt sind als der Cenobio. Dies unterstreicht die Bedeutung der Landwirtschaft innerhalb des von den Ureinwohnern der Insel entwickelten Produktionsmodells und ist gleichzeitig Zeugnis der damaligen gesellschaftspolitischen Organisationsstruktur.
In der Nähe des Dorfes Temisas liegen die Cuevas del Pósito, die Teil einer größeren Höhlenanlage sind, und in der sich gleichzeitig Wohnräume, Grabstätten und Lagerräume befanden. Auch der Standort dieser Höhlenanlage wurde ganz bewusst ausgewählt.
Ausgehend von einer ebenfalls durch Menschenhand entstandenen Aushöhlung wurden zahlreiche Silos in den Fels gegraben. Der ursprüngliche Zugang war über eine gemeißelte Treppe über dem Abgrund gewährleistet, wohingegen heute eine neue Zutrittsöffnung zu sehen ist.
Auf der linken Talseite des Barranco de Guayadeque, zwischen dem Berg Montaña Bermeja und der Erhebung Montaña de las Tierras liegen diese Höhlen. Es handelt sich dabei um eine der wichtigsten archälogischen Anlagen, die sich über den Barranco erstreckt.
Auch sie sind ein künstlich angelegter Komplex, wobei die Höhlen im unteren Bereich Wohnzwecken dienten, an die sich ein beeindruckender kollektiver Kornspeicher anschloss.
Die auf vier Ebenen angeordneten Lagerräume befanden sich im oberen Bereich der Anlage, wobei die einzelnen Ebenen über Tunnel und innere Durchgänge verbunden waren.
Diese Höhlen befinden sich auf der linken Talseite des gleichnamigen Barrancos und sind auch unter der Bezeichnung Tabuco bekannt. Die Anlage bestand aus einigen Wohnräumen und einem Getreidespeicher. Der Getreidespeicher liegt innerhalb eines natürlichen Felsbogens, von wo aus die Höhlen in den Stein gegraben wurden und in denen sich die Silos befanden. Der Speicher ist auf drei Ebenen angeordnet, die über gemeißelte Stufen und Tritte miteinander verbunden waren. Ungefähr 20 Silos sind noch gut erhalten, von denen viele gemeißelte, dem einfacheren Verschluss dienende Einschnitte aufweisen sowie Reste von Mörtel und sogar Spuren rötlicher Farbe, vermutlich Ocker, im Verschlussbereich der Silos. Jedoch sind viele der einstigen Silos auch verschwunden oder durch Erdrutsche nahezu zerstört, so dass die genaue Anzahl der Lagerräume nicht bestimmt werden kann.
Die im oberen Bereich des Barranco del Draguillo gelegene Anlage besteht aus zahlreichen Wohnhöhlen und kollektiven Getreidespeichern. Zur einfacheren Bewachung ist dieser Höhlenkomplex, wie viele andere Getreidelagerstätten, schwer zugänglich. Etwa 20 Silos bilden den ersten Speicher, der mit einem weiteren Kornspeicher über einen vier Meter langen Durchgang verbunden ist.
Die Anlage befindet sich auf dem Berg Montaña Bermeja und ist auch als Cuatro Puertas bekannt. Wie in anderen Fällen ist der Getreidespeicher Teil einer größeren Anlage, bestehend aus Wohnräumen und Höhlen zum Abhalten von Zeremonien bzw. Riten.
Es handelt sich um einen künstlich angelegten Höhlenkomplex, der praktisch nicht einsehbar und nur über gemeißelte Durchgänge über dem Abgrund vom Berggipfel oder vom Bergfuß aus erreichbar ist.
Diese Höhlen liegen innerhalb des Vulkankessels Caldera de Bandama. Die archäologische Anlage besteht aus Wohnhöhlen, denen eien kollektiver Getreidespeicher angeschlossen ist.
Die Höhlensilos sind, ausgehend von einer natürlichen Aushöhlung, in den Fels gegraben worden. Der einzige Zugang erfolgt über eine schmale Öffnung, die zur oberen Ebene führt, auf der sich die Silos befinden.
Besonders hervorzuheben sind die Farbreste auf den Silowänden und vor allem die Felsgravuren, die den alphabetischen libysch-berberischen Inschriften gleichen.
In den höher gelegenen Bereichen der Insel, auf der Hochebene Mesa de Acusa befindet sich eine bedeutende aus Wohnräumen, Kornspeichern und Grabstätten bestehende Höhlensiedlung.
Unter den Getreidelagern ist vor allem der Kornspeicher Granero del Álamo hervorzuheben.
Er wurde unter einem natürlichen Felsvorsprung angelegt und ist, wie die übrigen Kornspeicher der Insel, äußerst strategisch gelegen. Verteilt über die gesamte Felswand unter dem Vorsprung finden sich zahlreiche in den Stein gegrabene Silos.
Die Höhlenanlage befindet sich auf der linken Talseite des Barranco de Agaete, auf Höhe des Felsens Roque Bermejo.
Die Höhlensiedlung besteht aus Wohn- und Lagerräumen. Unweit davon befinden sich auch einige Grabhöhlen, deren Inhalt jedoch nicht erhalten geblieben ist. Der gute Überblick über die Umgebung und den Zugang der Anlage erleichterte ihre Verteidigung.
Diese Enklave besteht aus mehreren Kornspeichern, die heute auf Grund der Erdrutsch- und Felsabbruchgefahr praktisch nicht mehr zugänglich sind.
Cenobio de Valerón © 2008